Katzenhilfe Hannover e.V.
Katzenhilfe Hannover e.V.

Ich bin und bleibe

Der Chief

 

Die Geschichte eines verwilderten Katers,
dem wir sein vertrautes Leben zurückgeben konnten

Anfang Oktober wurde uns dieser Straßenkater erneut gemeldet, da er verunfallt war.
Er ist uns aus unserer großen Kastrationsaktion (46 Katzen), die wir im letzten Jahr durchgeführt haben, bekannt.

Eine Tierschützerin, die der Katzenhilfe zuarbeitet, hat den Kater umgehend eingefangen und zum Tierarzt gebracht. Dort wurde festgestellt, dass der etwa 2,5 - 3 Jahre alte Kater von einem Auto erfasst worden sein muss, denn er hatte mehrere Knochenbrüche und sein Schwanz war mehrfach gebrochen. Er konnte ihn gar nicht mehr bewegen.

 

Was nun? Was tun?

 

Es ist nicht einfach, manchmal sogar unmöglich, verwilderte Katzen lange in menschlicher Obhut zu halten, wenn sie so schwer verletzt sind. Verwilderte Katzen haben eine angeborene große Scheu vor dem Menschen. Sie sind weder anfassbar, noch sind diese Katzen in geschlossenen Räumen zu halten: Angst, Panik, erhöhter Stress setzen diesen Katzen dann ernorm zu; ggf. attackieren sie den Menschen.

 

In diesem Fall war es aber nötig und die Voraussetzung dafür, um dem Kater helfen zu können. Er musste nach einer operativen Behandlung in menschlicher Obhut verweilen: die Brüche würden über Wochen langsam (nach Korrektur) ausheilen müssen und der Schwanz (da er nicht mehr operabel war) amputiert werden.

Wir wollten dem Kater die Chance geben und haben ihn operieren lassen! Für uns war es ein no go, ihn gleich aufzugeben. Wir hofften aber auch alle, dass der Kater "mitspielen" würde.

 

Zur anschließenden Betreuungs- und Genesensphase bot die Tierschützerin (die ihn gefangen hatte) an, ihn zu betreuen.
Sie richtete ihm hierfür auf ihrem Grundstück im Stall einen Platz ein. Es sollte für ihn so artgerecht wie möglich sein, denn in einer Wohnung wäre eine Versorgung nicht möglich gewesen. Der Kater ist nicht anfassbar und kommt nur bis auf 2 m an Menschen heran.

Der Plan war, über den Stall dem Kater zu ermöglichen, sich unter Beobachtung und Medikation zu erholen; ihn regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen dem Tierarzt vorzustellen und ihm dabei ein möglichst artgerechtes Leben, welches er kennt, anzubieten.

(Es sei erwähnt, dass der Kater sonst in einer Siedlung lebt, in der Katzen geduldet werden und in der die Tiere auch in den dortigen Stallungen schlafen.)

 

Wir sind froh, diese Entscheidung getroffen zu haben! Die Operation war aufwändig und der kleine Mann musste seinen Schwanz hergeben; die Knochenbrüche wurden gerichtet; ein Blutbild angefertigt; die Zähne gleich mitsaniert. Die Tage auf der Krankenstation in der Tierarztpraxis waren eine Herausforderung für das komplette Personal. Der Kater war nämlich nicht einfach händelbar: sollte die Toilette in seiner Box geleert werden, gab es 5 überzeugende Argumente, mit denen er versuchte, das zu verhindern. Futtergaben! Ja! Die fand er in Ordnung und hat das Personal nicht attackiert, wenn sie ihm dieses angeboten haben. Zu den Verbandswechseln musste der junge Mann die ersten zwei Tage sediert werden, da er versucht hat, den Tierarzt dabei zu häuten.

 

Im Laufe des stationären Aufenthalts wurden diese Behandlungen aber immer besser. Letztendlich waren "nur" noch bissfeste Handschuhe erforderlich und keine Sedierungen mehr.

Nach der kritischen Phase war es an der Zeit in die "Reha" zu gehen. Hierfür zog der Kater bei der Tierschützerin ein und letztendlich hat unser Plan funktioniert. Über Wochen wurde er kontrolliert versorgt und konnte dabei wieder komplett gesund werden.

 

Irgendwie haben wir alle ein wenig gehofft, dass er die "bedingte" Anbindung an den Menschen als Grund zum Anlass nimmt, doch ein wenig gesetzter zu werden und damit verbunden in ein Zuhause mit Freigang ziehen zu können. Dies wollte Chief aber absolut nicht. Er hat seinen Freiheitsdrang und seine Wildheit nicht hergeben wollen.

Wir haben Chief in seine Siedlung zurückgebracht, wo er jetzt sein gewohntes Leben weiterlebt. Er wird vor Ort versorgt und wurde als Platzhirsch von den anderen Katzen schon zurückerwartet.

 

Chief ist tatsächlich der Boss in der dortigen Katzengruppe und für diese ist es auch wichtig, dass der Anführer, der für Recht und Ordnung sorgt, wieder zurück ist.

Wir freuen uns sehr, dass unser Wunsch, Chief helfen zu können, in Erfüllung gegangen ist.

 

Wunder beginnen immer dann,

wenn wir unseren Träumen mehr Energie geben als unseren Ängsten und Vorbehalten.

 

Herzliche Grüße

Frauke Ruhmann

im Namen des Vorstands

11.12.2020

 

Wenn Sie mögen, freuen wir uns über wohlwollende Unterstützung, die helfen wird,
die Rechnung für uns ein wenig zu reduzieren.

Wir brauchen Sie !!!

 

 

Sie haben Interesse, uns aktiv zu unterstützen? Das würde uns freuen und unserer Arbeit sehr helfen. Hier benötigen wir besonders dringend Unterstützung:

 

Aufnahmeplätze für Katzen, die dann in ein neues Zuhause vermittelt werden.

 

Mithilfe bei unseren Veranstaltungen Sommerfest und Weihnachtsbasar (Auf- und Abbau, Standbetreuung etc.)

 

Betreuung von Futterstellen im Stadtgebiet

 

Dauerpflegeplätze für nicht zu vermittelnde Katzen.

 

 

Weitere Infos unter

Wir brauchen Ihre Hilfe ...

 

 

Direkt spenden mit Paypal:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Katzenhilfe Hannover e.V.