Katzenhilfe Hannover e.V.
Katzenhilfe Hannover e.V.

1. Dezember                                       Leonie - Revier in der 2. Etage

Hallo liebe Katzenfreunde,

 

mein Name ist Leonie und ich bin vor ein paar Monaten bei der Katzenhilfe Hannover eingezogen.

Ich hatte eine Gartenkolonie in der Region gefunden. Hier suchte ich Hilfe und auch Schutz für meine 5 Kinder im Garten eines netten Herrn. Dieser gab uns dann auch zu essen und da ich offensichtlich kein Zuhause hatte - die Kolonie lag ja fernab jeglicher Wohnhäuser - bat der Mann die Katzenhilfe Hannover um Hilfe.

 

Die kamen dann mit zwei Frauen, haben mich und meine Kinder eingefangen und auf eine ihrer Pflegestellen gebracht. Endlich konnte ich mich ein wenig entspannen. Ich musste schließlich nicht mehr so sehr auf meine Kinder aufpassen, die draußen ständig in Gefahr waren. Und es war so gemütlich dort. Das fand ich toll! Ich konnte in Ruhe schlafen und es gab dreimal am Tag etwas zu essen. Das anstrengende Leben auf der Straße war endlich vorbei.

 

Die Leute von der Katzenhilfe haben auch versucht, herauszufinden, ob ich vielleicht irgendwo ein Zuhause habe. Doch ich wurde scheinbar nirgendwo vermisst. Niemand suchte nach mir und keiner meldete sich, dass ich vielleicht irgendwem bekannt vorkomme. Doch da ich den Menschen sehr zugetan bin und auch sehr entspannt in deren Nähe, ist eigentlich ganz klar, dass ich mal ein Zuhause gehabt haben muss.

 

Während ich meine Kinder auf der Pflegestelle in Ruhe großziehen konnte, fiel irgendwann auf, dass ich viel schlief und auch mit dem Essen sehr mäkelig wurde. Meine Betreuerin ist dann gleich mit mir zum Tierarzt gefahren und mehrere aufwändige Untersuchungen ergaben dann, dass ich massive Probleme mit meiner Leber habe und auch die restlichen Blutwerte nicht zum Besten standen.

 

Ich wurde dann von meinen Kindern getrennt, die mittlerweile auch schon 13 Wochen alt waren und mir richtig auf den Keks gegangen sind. Ständig tobten die auf mir rum und wollten – obwohl sie schon eigenständig Unmengen an Essen verdrückten – immer noch bei mir nuckeln. Das wollte ich aber nicht mehr und zudem ging es mir ja auch wirklich nicht gut.

 

Nachdem meine Kinder in die Kindergartengruppe eingezogen sind, konnte ich mich etwas erholen. Leider ist es so, dass meine Blut- und Leberwerte nach wie vor nicht so prall sind. Eine schwere Infektion macht mir zu schaffen, die nun seit Wochen behandelt wird. In regelmäßigen Abständen muss ich zum Tierarzt, damit meine Gesundheit den Umständen entsprechend besser wird.

 

Mittlerweile durfte ich auf einer Pflegestelle einziehen, auf der ich Einzelprinzessin bin und das genieße ich in vollen Zügen. Zu meiner Betreuerin habe ich einen sehr guten Draht und ich spüre, dass sie mich wahnsinnig in ihr Herz geschlossen hat. Ich habe mein ehemaliges Revier in der Gartenkolonie gegen eine tolle Pflegestelle in der zweiten Etage eingetauscht: das ist nun mein Revier und ich liebe es. Ich habe einen tollen Kratzbaum, der am Fenster steht und von hier aus kann ich alles ganz genau beobachten. Wenn ich wegen meiner Infektion vor lauter Gucken dann müde werde, döse ich einfach in meinem Kratzbaum liegend vor mich hin. Ich weiß ja, dass ich hier in Sicherheit bin. Und ganz besonders die Schmuse- und Kuscheleinheiten möchte ich nicht mehr missen. Ich brauche sie wie die Luft zum Atmen.

 

Warum ich überhaupt auf der Straße gelandet bin, weiß ich gar nicht mehr. Ob ich mal weggelaufen und mir selbst überlassen worden bin? Ich kann es Euch gar nicht mehr sagen. Und während der offenen warmen Jahreszeiten ist das Leben auf der Straße ja noch irgendwie interessant gewesen. In der Gartenkolonie waren Laubenpieper, die mir immer mal ein Häppchen zu Essen gaben. Aber zur Herbst- und Winterzeit war mein Leben nicht so lustig. Die Gartenbesitzer blieben dann nämlich zu Hause und die Häppchen, die ich sonst hier und da mal bekam, blieben damit verbunden auch weg.

 

Und so richtig anstrengend waren die Kater, die mir ständig nachgestellt haben, da ich nicht kastriert war. Wie viele Kinder ich im Laufe der Zeit zur Welt bringen musste, bis der Mann auf mich aufmerksam wurde, das weiß ich auch nicht mehr. Es war aber eine sehr sehr schlimme Zeit. Ich wusste nie so richtig, wohin mit meinen Kindern und die nicht kastrierten Kater waren eine ständige Gefahr für meine Kleinen. Unkastrierte Kater töten unsere Kitten nämlich, da sie wissen, dass wir dann sehr schnell wieder empfängnisbereit sind.

 

Ein Leben auf der Straße ist wirklich kein Zuckerschlecken für uns Katzen und dennoch gibt es immer noch Menschen, die es normal finden, dass wir Katzen herrenlos umherirren.
Es gibt Menschen, die einfach wegsehen, wenn wir um Hilfe bitten.
Es gibt einige, die der Meinung sind, dass die „normale“ Fluktuation es schon richten wird, dass wir Katzen uns nicht zu sehr vermehren.
Es gibt Menschen, die es dulden, dass unsere Kitten an schlimmen Viruserkrankungen leiden und damit verbunden elend dahinsiechen, bis der Tod sie erlöst.
Es gibt Menschen, die um uns wissen, aber Hilfsangebote von Tierschutzorganisationen ablehnen, da sie der Meinung sind, dass wir unsere „Freiheit“ haben sollen.

 

Doch solange wir nicht kastriert sind, ist das Problem der Vermehrung ein großes Übel, denn damit verbunden können wir uns schwerwiegende Krankheiten einfangen, die mitunter tödlich verlaufen. Sind wir erst einmal damit infiziert, ist unser Dasein von Elend geprägt. Wir vegetieren vor uns hin, können uns nicht mehr selbst versorgen, indem wir uns eine Maus fangen oder auf unserer Wanderschaft irgendwo um Essen bitten können. Wir ziehen uns dann zurück und warten tage-, ja manchmal sogar wochenlang auf unseren Tod.

 

Solange man den Tierschützern unseren Aufenthaltsort nicht verrät, solange kann uns und unseren Kindern auch nicht geholfen werden. Das ist falsch verstandene und praktizierte Tierliebe derer, die um uns wissen, uns aber nicht helfen lassen wollen.

 

Ich habe es gut getroffen und kann nun mein Leben in Ruhe und beschützt genießen. Meine Kinder haben alle ein gutes Zuhause gefunden. Jetzt muss mir das Schicksal nur noch die Chance geben, meine Krankheit zu überwinden und ich bitte Euch, mir alle dabei die Daumen zu drücken.

 

Was ich mir wünsche?

Ich wünsche mir, dass alle Bemühungen, meine Infektion in den Griff zu bekommen, gelingen mögen und ich mein Leben in Obhut noch recht lange genießen darf.

 

Was ich mir für die Katzenhilfe Hannover wünsche?

Neben mir gibt es noch einige Katzen bei der Katzenhilfe, die bis auf Weiteres oder aber gar nicht mehr vermittelbar sind. Für diese Katzen steht der Verein im vollen Umfang ein und von daher wäre es schön, wenn wir alle ein bis zwei Paten finden könnten, die die Katzenhilfe bei unserer Versorgung damit verbunden unterstützen könnten.

 

Ich wünsche Euch allen eine besinnliche Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest

 

Eure kleine Leonie

Formular Patenschaften
Erklärung über eine Patenschaft.pdf
PDF-Dokument [95.8 KB]

Summe unserer Tierarztkosten im Jahr 2022

(Stand: 30.11.2022)

35.438,16 €

Vielen Dank, dass wir das durch Ihre Hilfe ermöglichen konnten!

 

Wir brauchen Sie !!!

 

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Aufnahmeplätze für Katzen, die dann in ein neues Zuhause vermittelt werden.

 

Mithilfe bei unseren Veranstaltungen Sommerfest und Weihnachtsbasar (Auf- und Abbau, Standbetreuung etc.)

 

Betreuung von Futterstellen im Stadtgebiet

 

Dauerpflegeplätze für nicht zu vermittelnde Katzen.

 

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