Katzenhilfe Hannover e.V.
Katzenhilfe Hannover e.V.

Kein Häufchen Elend mehr - Kuschelkater Findus

28.01.2023

Erst ein paar Tage ist er bei uns und schon schleicht er sich auf leisen Pfoten in unsere Herzen. Abends halb zehn in Hannover: Findus, der den ganzen Tag gemütlich in seiner Kuschelhöhle verschlafen hat, nur mit kurzen Unterbrechungen zum Fressen, wird munter. Aufforderndes Mauzen ertönt: er will kuscheln. Jetzt! SOFORT! Ausgiebig!!! Er drückt sich an meine Hand, geniesst das Kraulen besonders hinter den Ohren und am Hals so sehr, dass er fast umfällt. Die Augen halb geschlossen genießt er intensiv den Körperkontakt. Wir kuscheln ausgiebig, aber: Tut mir leid, Kerlchen, mein Tag war schon lang, ich mag jetzt nicht mehr stundenlang streicheln. Da ertönt wieder dieses Mauzen, diesmal leiser, bittender. Mein Herz schmilzt, na gut, ein paar Minuten noch. Aber in Zukunft werden wir an deinem Timing arbeiten müssen.

 

Erst ein paar Tage ist er bei uns und es ist klar: Es war richtig, dass so viele Menschen darum gekämpft haben, dass er eine Chance auf Weiterleben bekommt. Dass der Tierarzt ihn nicht aufgeben wollte, nur weil es einfacher gewesen wäre. Er will leben, er fühlt sich wohl, er erkundet seine neue Umgebung. Er hört zwar kaum noch aber seine Augen scheinen besser als befürchtet. Er bewegt sich gezielt, eckt nirgendwo an, meine Hand ist nicht mehr bedrohlich und ich teste aus, was ich tun kann, damit er nicht erschreckt, wenn er mich nicht kommen hört. Das Taschenlampenlicht des Handys kündigt mich an, vor dem hat er keine Angst. So lernen wir uns jeden Tag ein bisschen besser kennen und verstehen. Und das mit dem Kuscheltiming, das bekommen wir auch noch besser hin, da bin ich sicher.

 

Update: morgens um halb zehn in Deutschland von der Taschenlampe geweckt kann man auch voller Begeisterung kuscheln.

 

PS: Fotografiert werden ist doof, das stört beim Kuscheln. 

Ein Häufchen Elend ist als Notfall bei uns eingezogen

25.01.2023

“Als ich geboren wurde, habe ich Augen zum Sehen und ein Herz zum Lieben bekommen, doch ich hätte nie geahnt, dass ich mit den Augen weinen und im Herzen leiden muß.“ 

Am Montag ging eine Notfallmeldung über einen ca. 15 jährigen Kater bei uns ein.  Der arme Kerl kann auch älter sein: fast blind, taub, verwahrlost, mäßiger Ernährungszustand, kastriert.

Sachverhalt: Gefunden weit draußen in der Region von Hannover. Das zuständige Tierheim lehnte Hilfe ab. Die Finderin wandte sich daraufhin an ihren eigenen Tierarzt. Dieser nahm den armen Kater vorerst in seine Obhut und führte not-wendige Untersuchungen durch. Das Blutbild weist erhöhte Nierenwerte auf, zudem ist der Kater FIV positiv getestet.

Nun versuchte der Tierarzt (nachdem er den Kater über die letzten zehn Tage stabilisiert und betreut hatte und zudem keine Besitzer*innen ausfindig machen konnte) über zwei ortsansässige Tierheime den alten Kater aufnehmen zu lassen: beide Tierheime lehnten ab! Zu alt, blind und taub, die Nierenwerte: All das stellt einen längeren Aufenthalt sowie erhöhte Pflegekosten und schlechte Vermittlungs-aussichten dar. Unter diesen Aspekten wollten die Tierheime nicht helfen. Eines der Heime bot lediglich „Hilfe“ an, indem es den Kater (der vom Tierarzt Findus getauft wurde) übernehmen wollte, allerdings mit der Aussage, Findus umgehend euthanasieren zu wollen. Findus ist zwar alt und kann weder gut gucken noch hören, aber er ist gesundheitlich soweit auf der Höhe, dass eine Euthanasie nicht angezeigt ist.

Der Tierarzt bat uns den armen Opi Findus zu übernehmen, da der Kater noch altersentsprechend gut drauf ist. Zudem ist er unglaublich lieb und dankbar für Zuneigung. Er muss einiges erlebt haben, denn er „klappt“ bei schnellen Bewe-gungen (die er wahrnehmen kann) sofort ein und drückt sich ängstlich auf den Boden und zieht den Kopf zitternd ein. Die Vermutung, dass Findus in seinem Leben Schläge erfahren hat, ist sehr groß.

Seit heute Mittag ist Findus nun bei einer unserer Pflegestellen untergekommen. Er ist völlig verstört und die lange Autofahrt zu uns war für ihn schrecklich. Es ist unendlich schlimm für ihn gewesen, zumal er nur noch Schatten sehen und nicht mehr richtig hören kann. Dann das noch anhaltende Trauma einfach sich selbst überlassen geworden zu sein. Findus' kleine Welt ist für ihn zusammen gebrochen. Dass der Opi aber bis vor Kurzem ein Zuhause gehabt haben muss, läßt sich am Fell erkennen. Er hat keine dicke Unterwolle, so wie es Katzen haben, die anhaltend nur draußen leben… Wir versuchen nun dem Opi Geborgenheit zu geben und werden ihn erst einmal weiter päppeln.

Findus wurde uns als bezaubernder, lieber und dankbarer Kater durch den Tierarzt beschrieben und das ist er auch. Ein kleines Häufchen Elend, dem das psychische Befinden derzeit arg zusetzt.  

Summe unserer Tierarztkosten im Jahr 2023

(Stand: 16.01.2023)

 

1.859,42 €

 

Vielen Dank, dass wir das durch Ihre Hilfe ermöglichen konnten!

 

Summe unserer Tierarztkosten

im Jahr 2022

(Stand: 31.12.2022)

41.776,73 €

 

 

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