Die Chroniken von Lucy und Lili
(ehemals Stella und Juli)
Hallo, wir sind Lucy und Lili. Unsere Geschichte beginnt in einer kleinen Gartenlaube, in der wir an einem Sommertag geboren wurden. Wir wuchsen dort mit vielen anderen Geschwistern auf und es gab immer leckere Mäuse, die unsere Mama uns brachte. Eines Tages kehrte sie nicht von ihrer Jagd zurück und wir wissen bis heute nicht, was passiert ist. Selber jagen konnten wir noch nicht, denn wir waren noch kleine Kitten, und so gerieten wir in große Not, die unsere Geschwister leider nicht überlebten.
Eines Tages wurden wir mit einer Falle von der Katzenhilfe gefangen und zu einer Pflegerin gebracht. Sie hatte einen Kater, der uns sehr gerne mochte und uns beibrachte, wie man sich als Katze benimmt. Wir hatten eine schöne Zeit bei ihnen.
Irgendwann kamen dann zwei Menschen, die uns adoptieren wollten. Wir waren anfangs noch sehr scheu. Doch mit viel Geduld schafften sie es, uns rauszulocken. Wir zogen bei ihnen ein und fühlen uns hier sehr wohl. Wir bekamen auch neue Namen. Stella wurde in Lucy umbenannt und Juli in Lili.
Von unserer anfänglichen Schüchternheit ist heute nicht viel übrig. Besonders Lili liebt es, abends ihrem Herrchen Kopfnüsse zu geben. Nur bei einem plötzlichen und ungewohnten lauten Geräusch oder beim großen Staubsauger erschrecken wir uns noch und laufen schnell in unsere Verstecke. Nach mittlerweile zwei Jahren haben wir uns längst eingewöhnt und einige Abenteuer erlebt. Von einem besonderen möchten wir euch berichten:
Die neue Schwester
- von Lucy -
Schon seit einiger Zeit merkten wir, dass etwas anders ist als sonst. Zwar ging alles wie gewohnt seinem Alltag nach: Frauchen saß vor dem komischen leuchtenden Rechteck und blätterte durch diese lustigen Papierstapel, die wir immer so gerne aus den Regalen schmeißen. Herrchen setzte sich zu meinem Leidwesen wieder auf meinen Lieblingsaussichtsplatz – ich glaube, sie nennen es Fahrrad –, strampelte und hechelte und hatte einen roten Kopf (keine Ahnung, warum die Menschen sich das immer wieder freiwillig antun …).
Und doch – Frauchen sah in letzter Zeit irgendwie anders aus und beide verhielten sich merkwürdig. Zum Beispiel fuhren sie manchmal nachmittags einfach weg. Dafür brachten sie uns dann große Kartons mit, auf denen wir gerne kletterten und uns Futter holten, welches ganz plötzlich da auftauchte, wenn wir nicht hinschauten. Eines Tages waren unsere Dosenöffner verschwunden und kehrten von ihren Kartonsuch-Touren nicht zurück. Zwar besuchten uns andere Menschen, die mit uns spielten und uns Essen brachten, doch es war nicht dasselbe und wir vermissten unsere Lieblingszweibeiner sehr.
Zum Glück mussten wir nicht allzu lange warten und sie kamen wieder.
Sie brachten uns wieder ein Geschenk mit: dieses Mal einen schwarzen Korb zum Reinkuscheln. Toll! Sie stellten ihn auf den Boden und ich lief freudig auf meinen neuen Schlafplatz zu – doch er war schon besetzt. Irritiert blieb ich stehen – und plötzlich bewegte es sich darin. Was habe ich mich erschreckt! Irgendwie sah das Wesen im Korb gefährlich aus, obwohl es kleiner war als wir und es roch komisch.
Ganz vorsichtig schlich ich um den Korb herum. Auch wenn es im Gesicht so ähnlich aussah wie unsere Zweibeiner, war es mir nicht geheuer und selbst Lili blieb lieber in ihrer Ecke, statt wie sonst ihren Lieblingsmenschen zu begrüßen. Frauchen und Herrchen lachten und erklärten uns, das sei unsere neue Schwester. Wie bitte?! Sie sieht ganz und gar unkätzisch aus und kann noch nicht mal auf vier Beinen gehen. Dafür kann sie ganz schön laut schreien. Nach dem ersten Schreck haben wir uns nun an unsere neue „Schwester“ gewöhnt und sind ganz entspannt neben ihr. Wir sind gespannt, welche Abenteuer wir künftig mit ihr erleben werden.
Was wir der Katzenhilfe wünschen:
Auch wenn die Familie sich vergrößert; sie finden immer wieder ein tolles Zuhause für uns Katzen. Und das soll auch immer so bleiben.
Verfasst von einer*einem Freund*in der Katzenhilfe