Ich bin inzwischen wohl gute 17 Jahre alt. Vielleicht kennen mich einige Leser. Mein Leben war sehr bewegt.
Ich bin vor zwei Jahren in die Stadt gezogen und verfüge über eine große helle Wohnung sowie zwei Menschen.
Eine mittelältere Frau, ihr Aufgabenbereich ist Futterbeschaffung, Futternapfbefüllung inklusive meiner Anti-Ageprodukte ... oder besser Medikamente, Toilettenreinigung und Katzenhaarentfernung aus
Möbeln und Zimmerecken.
Die jüngere von beiden ist für Spaß, Knuddeln und Kuscheln zuständig.
Ich mag die Nähe von beiden gleichermaßen.
Ich habe in den letzten zwei Jahren verschiedene Hobbys ausprobiert: dazu zählte das künstlerische Gestalten mit verschiedenen Materialien, die mein Körper ausscheidet. Das kam nicht so gut an und wurde immer weggewischt.
Ich habe mir überlegt, mitten in der Nacht sehr laut zu mauzen. Mal sehen was passiert.
Leider stehen sie nicht auf, um mir zum Beispiel neues Futter zu geben.
Ich habe mich neu entdeckt als Lightshow-Unterhaltungskünstlerin.
Mein Werkzeug ist die Wecker-Lampe meiner alten Frau. Das Touchpad ist leicht mit der Zunge zu bedienen und bringt 8 Licht- und Farbvarianten hervor.
Ich übe, natürlich nachts, denn da stimmen die Lichtverhältnisse. Ich mauze mir selber Lob zu. Ich bin sehr zufrieden mit meinem neuen Job. Meine alte Frau macht sich leider nicht so viel daraus. Sie
macht murrende Laute und stellt mein Werkzeug aus. Ein unerträglicher Snob.
Ich verlege mich aufs Observieren. Wenn ich auf dem Küchentisch liege, habe ich sehr guten Einblick in die Verarbeitung der Lebensmittel in diesem Haushalt. Somit kann ich besser Einfluss nehmen auf meinen Speiseplan. Haut und Knorpel von Huhn und Rind wurden mir kredenzt. Ich empfehle diese Katzenunterkunft gerne weiter.
Letztes Jahr habe ich die Feiertage in der Hauptstadt verbracht - mal raus aus der Provinz. Es ging in den angesagten Bezirk Reinickendorf Ost.
Dieses Jahr möchte ich hier bleiben und mal so richtig ausschlafen ... also alles so wie immer.
Mir geht's gut und bei diesen Bedingungen: gutes Personal, warme Umgebung, Sonne, die durch die Fenster scheint, Futter im Napf und frisches Wasser auf dem Boden, nachdem ich das Glas umgekippt habe, denke ich, werde ich gerne 100 Jahre alt ... Also drückt mir die Daumen.
Ich wünsche allen frohe Weihnachten, ein herzliches Miau an alle da draußen und einen großen Dank an das Team des Katzenhilfevereins, die mich nicht aufgegeben haben und auch unermüdlich andere Katzen aus der Not befreien.
Eure Malu
Was ich der Katzenhilfe wünsche:
Weiterhin nie aufzugeben bei Fällen wie mir.