Katzenhilfe Hannover e.V.
Katzenhilfe Hannover e.V.

Fundtierverordnung

15.05.2024

Es ist uns aus aktuellem Anlass ein Anliegen, heute auf ein wichtiges Thema einzugehen. Dabei geht es darum, dass wir leider immer wieder damit konfrontiert werden, dass uns Fundtiere vorenthalten oder unterschlagen werden. 

Gestern am späten Abend ging auf unserem Notfalltelefon der Hinweis ein, dass eine unter einjährige, sehr menschenbezogene und zutrauliche Mutterkatze mit ihrem ca. 3 Wochen alten Einzelkitten in Gleidingen durch private Personen in Obhut genommen worden sind. Beide Katzen sollen dreifarbig sein. Ob es sich um Schildpatt- oder Glückskatzen handelt, wurde uns auch auf Nachfrage nicht mitgeteilt. Beide Katzen hätten sich seit Tagen an der dortigen Kirche aufgehalten.

Zunächst wollte man uns die Katzen übergeben, da ein anderer Verein, der zuerst von der Finderin kontaktiert wurde, keine Aufnahmekapazitäten mehr hatte.

 

Obwohl wir die Übernahme umgehend zugesichert haben, teilte uns die Finderin dann allerdings mit, dass mittlerweile Ihre Nachbarin ein Pärchen ausfindig gemacht hätte, die die Katzen adoptieren würden und sie deswegen unsere Hilfe nun doch nicht mehr benötigen würde. Sie gab weiterhin an, dass es die Katzen dort gut haben werden und auch weiterhin Freigang hätten! Auf Nachfrage, inwiefern sie dieses Pärchen kennen würde, hieß es, dass sie in ihrer Nachbarschaft wohnen würden, sehr nett seien und sich ohnehin Katzen anschaffen wollten!

 

Wir verwiesen dann auf die Fundtierverordnung und erklärten ausführlich, dass die Katze eventuell vermisst werden könnte, falls sie entlaufen ist. Wir führten hinreichend aus, dass Fundtiere nicht einfach an Dritte weitergegeben werden dürfen, ohne zu versuchen, einen möglichen Besitzer zu finden. Zudem erläuterten wir, dass eine säugende Mutterkatze derzeit nicht die Möglichkeit haben sollte, sich weiterhin im Freien aufhalten zu dürfen – dies zum einen wegen eventueller Unfallgefahren und zum anderen, da sie unkastriert ist und eine demnächst erneut anstehende Verpaarung vermieden werden sollte. Die Finderin wollte uns dann die Katzen überlassen, damit wir uns gemäß der gesetzlichen Vorgaben darum kümmern können.

 

Da die Finderin die Mutterkatze und auch das Kitten in ihrem Gartenhaus untergebracht hatte, bei weit aufstehender Tür, baten wir sie, die Tür nun umgehend zu schließen, da Mutterkatzen dazu neigen, ihre Nachkommen häufiger umzusetzen. Wir erläuterten ausführlich, dass dann die Gefahr besteht, dass insbesondere das Kitten verwildern könnte, da es keine menschliche Anbindung hat. Zudem erklärten wir, dass, sollten Mutterkatze und Kitten die Möglichkeit haben, abzuwandern, die Problematik besteht, dass beide nicht mehr gefunden werden und sich dann demnächst haltlos vermehren würden. Dies wiederum würde die Streunerpopulation erweitern. Wir erörterten, dass Straßenkatzen keine hohe Lebenserwartung haben und neben der rasanten Vermehrung zumeist im Laufe der Zeit verelenden.

 

Die Finderin sicherte uns dann zu, die Tür umgehend schließen zu wollen und erwähnte, dass ihr die Streunerproblematik bekannt sei, da sie mehrere Jahre im Ausland gewesen sei und sich dort um Streunerkatzen gekümmert hätte.

Noch bevor das Telefonat allerdings beendet wurde, vermittelte uns die Finderin, dass sie nicht wüsste, wie sie es dem Pärchen beibringen sollte, dass sie die Katzen nun doch nicht bekommen. Es würde ihr Sorge bereiten, diesen Leuten abzusagen, zumal sie noch am gleichen Vormittag übergeben werden sollten.

Da wir die Befürchtung hatten, dass die Finderin uns die Katzen doch vorenthalten könnte, nahmen wir erneut Bezug auf die Fundtierverordnung.

Sie sicherte uns dann ihrerseits erneut die Übergabe der Tiere zu, gab uns in diesem Zusammenhang ihre Adresse und wir vereinbarten die Abholung der Katzen für heute am frühen Vormittag.

 

Wenige Stunden später, auch heute in den frühen Morgenstunden, erreichte uns eine SMS der Finderin, in der sie behauptete, dass die Mutter nun leider mit dem Kitten weitergezogen sei. Es sei ja nun auch eine Katze, die länger in dem Ort gesehen und gefüttert wurde und sie würde weiterhin nach ihr Ausschau halten.  Weiterhin gab sie an, von einer Fundtierverordnung nichts zu wissen. Sie bedankte sich für unsere Bereitschaft, die Katzen übernehmen zu wollen und sagte den Übergabe-Termin ab!

 

Aufgrund der Vorgeschichte und der geführten Telefonate, vermuten wir, dass die Katzen inzwischen an das Pärchen abgegeben wurden! Diese Vermutung haben wir auch mit der Finderin schriftlich kommuniziert und erhielten als Antwort: „Die Katzen sind weg, mehr kann ich dazu nicht sagen.“

 

Wir haben die regionale Veterinärbehörde umgehend kontaktiert und den Tierschutzfall gemeldet.

Da die Finderin uns heute in einer weiteren SMS allerdings mitteilte, dass ihre Freundin bei der Veterinärbehörde arbeitet und diese wichtigere Fälle zu bearbeiten haben, als sich um Fundtiere zu kümmern, sind wir auf die Reaktion auf unsere Meldung bei der zuständigen Behörde gespannt!

 

Herzliche Grüße

Frauke Ruhmann

im Namen des Teams

Summe unserer Tierarztkosten im Jahr 2024

(Stand: 16.05.2024)

 

16.437,85 €

Vergleich zum Vorjahr 2023:

10.298,13

 

Vielen Dank, dass wir das durch Ihre Hilfe ermöglichen konnten!

 

Summe unserer Tierarzt-kosten im Jahr 2023

68.267,95 €

 

 

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